Alkoholfrei und Spaß dabei?
Krankheitsbedingt ein Wochenende ausgefallen – prinzipiell eigentlich ungünstig möchte man meinen. In der selbstverordneten, alkoholfreien Zeit aber ein ganz guter Einstieg in die Abstinenz. Die Verführung ist weit entfernt vom Krankenbett, verbannt in die Diskotheken und Kneipen. Mit den Bazillen im Blut, im Hals und weiß Gott wo noch überall, kann man ja gar nicht auf dumme Gedanken kommen.
Eine Woche darauf, fast vollständig genesen, ist es dann schon etwas schwieriger mit der Wochenendplanung, der normale Kneipe-Club-Plan will so gar nicht funktionieren. Mit nem Wasser in der Hand ist es einfach nicht dasselbe. Etwas Unterhaltsames muss her. Vielleicht Kino? Fällt auch flach, da läuft ja nichts Sehenswertes. Dann, der Geistesblitz, Sport der eigentlich kein Sport ist – Bowling! Bahn reserviert, Leute alarmiert, Kugel in die Pins zentriert. Eigentlich ganz nett, die Zeit vergeht, der Kaffee schmeckt wie immer, aber das Bierchen dannach fehlt schon ein bischen. Fazit des Abends: Mindestens genau so viel Geld wie an einem deutlich lustigeren und kurzweiligeren Alkoholabend gebraucht – schon komisch. Nach diesem Abend ist klar, eine drogenfreie Ersatzdroge muss her.
Naja, vielleicht wird ja der Samstag besser, drei Mal Horror sollte es sein, ein gemütlicher Videoabend mit den Freunden. Pizza bestellen, eine Kiste Bier – „aah, Halt: Is ja nicht!“. Aber da war sie auf einmal, die Ersatzdroge: Nein, kein Klebstoff. Karamalz, das Zeug das uns als Kinder nie so wirklich geschmeckt hat. Jetzt ist das anders, es ist nämlich alles drin was man(n) braucht. Man riecht komisch davon, bekommt einen Blähbauch und lustigerweise nach fünf „Seidln“ davon am nächsten Tag auch noch Kopfweh. Alles was das Herz begehrt also. Nach zwei alkoholfreien Wochen sind wir nun also schon fast Anti-Profis was den Alkohol anbelangt. Mal sehen was die nächsten Wochen bringen. Im Idealfall gibt’s dann wieder einen Bericht darüber.
Alkoholfrei, ich bin dabei.
„Machen wir doch Mal Heilfasten“, schlug T. vor – „Dafür brauchen wir aber ne Woche frei“, antwortete N. Natürlich wollte keiner der beiden eine ganze Woche Urlaub für seine Gesundheit opfern, schließlich sind die beiden ja nicht blöd. Ziemlich schnell und unkompliziert fanden Sie dann aber eine weniger zeitintensive Methode dem Körper etwas Gutes zu tun.
Der christliche Fastengedanke wurde kurzerhand etwas modifiziert; aus den hungernden und biertrinkenden Mönchen sollten in der Fastenzeit die satten, aber nüchternen T. und P. werden. Groß war vorher das Geschrei bei den andern vier ketzerischen Alkoholjüngern, die sind ja schließlich auch nicht blöd. Aber dann kam es wie es kommen musste:
Das Fest der Narren in Stulln und die vorausgegangenen Fastnachtsaktivitäten forderten ihren Tribut, ein Jünger nach dem anderen entschloss sich – stark vom Alkohol gezeichnet – sich das Kreuz der mehr als 40 tägigen Abstinenz aufzuladen. So kämpfen nun, Seite an Seite, seit Aschermittwoch dem 21. Februar, sechs junge Männer gegen die Gefahren des alkoholfreien Lebenswandels. Das einmalige Fastenbrechen zu besonderen Anlässen wie Skiwochenende oder Fußballspiel ausgenommen, darf der erste Alkohol – christlich betrachtet – während dem Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag zu sich genommen werden. Karfreitag und Karsamstag sind dann wieder Fasttage. Der Rückfall ins normale Sündige leben kann dann an Ostern erfolgen.